Grüne vor Ort: Baumreiche Ortsbilder in Rosengarten erhalten

Es ist wieder so weit: Überall in der Gemeinde werden die Kettensägen angeworfen. Nicht nur die Gemeinde entfernt störende und die Verkehrssicherheit gefährdende Bäume. Nein, auch auf Privatgrundstücken fallen immer mehr große, das Ortsbild prägende Bäume der Kettensäge zum Opfer. Die Genehmigungen dafür erteilt die Gemeinde.
Die Baumschutzsatzung der Gemeinde hat den Zweck „das Orts- und Landschaftsbild zu erhalten, zu beleben und zu gliedern, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts zu fördern und sichern und zur Verbesserung der Lebensqualität und des Kleinklima beizutragen und schädliche Einwirkungen abzuwehren“.
Doch werden immer wieder Fällgenehmigung nach „§ 3 Ausnahmen und Befreiungen“ erteilt. So verschwinden nach und nach immer mehr alte Buchen und große Hofeichen. Und nachgepflanzt werden vor allem Wohnhäuser. Ersatzpflanzungen, die dann eventuell getätigt werden, haben auf Jahrzehnte nur einen positiven Einfluss auf das Kleinklima und die Lebensqualität in der Ortschaft, zumal diese Pflanzungen eher außerhalb der Ortschaft erfolgen.

Die Gemeinde hat mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger Rosengartens ein Zukunftskonzept 2030 erstellt. Darin verpflichtet sie sich, ortsbildprägende Strukturen zu erhalten: „Die dörflichen Kerne und unsere Ortsbilder bestimmen maßgeblich den in unserem Leitbild herausgestellten ländlichen Charakter unserer Gemeinde. Ihrem Erhalt und ihrer Weiterentwicklung widmen wir daher besondere Aufmerksamkeit.“ (Zukunftskonzept Gemeinde Rosengarten 2030)

Leider berücksichtigen weder die Verwaltung noch die politischen Vertreter diese Vorgaben in ausreichendem Maß. Gerade im Hinblick auf die Klimakatastrophe sollten wir es zu schätzen wissen, dass unsere großen Bäume nicht nur Schatten bieten, sondern durch Verdunstung (bis zu 500 Litern pro Tag) einen erheblichen Temperatur senkenden Effekt auf das Mikroklima der Umgebung haben. Hinzu kommt, dass z.B. eine 150jährige Buche pro Tag bis zu 24 Kilogramm CO2 aufnimmt und dafür bis zu 11.000 Liter Sauerstoff erzeugt. Außerdem filtert sie Schadstoffe aus der Luft: Bakterien, Pilzsporen und Staub.
[https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/baum-138.html]

Für die Erhaltung der Artenvielfalt ist jeder Baum wichtig. Viele Vogelarten sind auf ihn als Lebensraum angewiesen. Der Baum beherbergt aber noch viele weitere Tierarten, wie zum Beispiel eine Vielzahl von Insekten und Spinnen.

Unverständlich, wie unsensibel die meisten unserer Volksvertreter aber auch viele Grundstückseigentümer mit den Themen Natur und Erhaltung der Lebensqualität in unseren Dörfern umgehen!

Wir Grüne vor Ort setzen uns dafür ein, die Ortsbilder im Sinne der Baumschutzsatzung und des Zukunftskonzepts zu erhalten und bei notwendigen Fällungen Ersatzpflanzungen möglichst in den Ortschaften verpflichtend anzulegen und zu erhalten.

H. Unger, Oktober 2020